Diebe wählen Autos aus der mittleren Schicht. Welche werden am häufigsten gestohlen?

awojcieszek
8 April 2015
Diebe wählen Autos aus der mittleren Schicht. Welche werden am häufigsten gestohlen?

In der Woiwodschaft Schlesien wurden dreimal weniger Autos gestohlen als noch vor zehn Jahren. Die Diebe klauen immer seltener Luxuslimousinen. Sie wählen Autos aus der mittleren Schicht, sogar alte Karren werden gestohlen und in Teile zerlegt, die später im Internet verkauft werden.

Letztes Jahr wurden im ganzen Land 14,1 T. Fahrzeuge gestohlen. Die meisten – 2893 Stück – in Warschau und der Umgebung. Auf dem zweiten Platz dieser Zusammenstellung platzierte sich die Woiwodschaft Schlesien.  In unserer Region verschwanden „nur” 1879 Autos. Zum Vergleich am wenigsten beschäftigt waren die Diebe aus den Woiwodschaften Heiligkreuz (179 gestohlene Fahrzeuge) und Vorkarpaten (217 Stück).

Man sollte bedenken, dass noch vor zehn Jahren in der Woiwodschaft Schlesien jährlich über 6 Tausend Fahrzeuge abhandengekommen sind. Nur 15% der Täter wurden ertappt (heute sind es 32%). Woher diese Änderungen? Vor allem wurden an jeder Polizeistelle Dezernate zur Autodiebstahlbekämpfung gebildet. Zusätzlich hat Inspektor Zbigniew Klimus, schnellvertretender Leiter der Schlesischen Polizei,  der für das Kriminalbüro verantwortlich ist, die Art der Autodiebstahlbekämpfung geändert. Die Einsatzkräfte arbeiten nicht mehr von Schreibtisch aus, sondern kontrollieren Orte an denen am öftesten Fahrzeuge abhandenkommen und organisieren dort Fallen.  Das Ergebnis ? Von Jahr zu Jahr fällt die Anzahl an Diebstählen. Bei der Bekämpfung der Autodiebe hilft auch die Entwicklung der neuesten Lokalisierungssysteme, die in Autos montiert werden. – Dank ihnen kann jedes Auto wiedergefunden werden, die Signalstörer, die von Dieben angewendet werden, stellen kein Hindernis mehr da – sagt Dominika Włodarczyk, Mitarbeiter bei Gannet Guard Systems, welche sich mit der Ortung und dem Wiederfinden von gestohlenen Objekten beschäftigt.

Luxusmarken sind nicht mehr interessant

Die Diebe sind nicht mehr an Luxusfahrzeugen interessiert. Mercedes und BMW werden in der Woiwodschaft Schlesien äusserst selten entwendet. Die Polizisten unterstreichen, dass vor länger als einem Jahr in Kattowitz ein Autosalon der Marke Ferrari eröffnet wurde, seitdem wurde kein einziger Wagen dieser Marke geklaut. – Die Wagen sind zu charakteristisch und es ist schwer sie weiter zu verkaufen. Es würde auch schwer sein, sie über die Ostgrenze zu bringen – meint ein Polizeioffizier.

Heute sind die Diebe an zwei- dreijährigen Autos im Wert von 50-80 Tausend  Zloty interessiert. Die beliebtesten Automarken sind Volkswagen und Audi. Im letzten Jahr haben sie 131 Stück Golf und 118 Stück Audi A4 gestohlen. Auch 86 Stück Passat, 71 Stück A6 und 69 Stück A3 wurden entwendet. Von den Straßen sind auch über hundert Fiat (29 davon waren LKWs) sowie Seat verschwunden. Es hat sich auch ein neuer Trend sichtbar gemacht. Die Polizei bekommt immer mehr Meldungen über den Diebstahl von Baumaschinen, – es handelt sich um sehr teure Fahrzeuge, die aber leicht an einer von vielen Baustellen , wo niemand kontrolliert woher die Maschinen stammen,  zu „verstecken” sind – erklärt ein Offizier der schlesischen Polizei.

Die Motive der Diebe haben sich auch geändert. Immer seltener werden Kennnummern geändert und mit falschen Papieren auf einem Automarkt  oder über Autohändler verkauft. Heute wird der Ersatzteilmarkt beliefert. Die Fahrzeuge werden zerlegt und in Teilen weiterverkauft. Der traditionelle Automarkt gehört der Vergangenheit an. Die meisten geklauten Autoteile werden per Internet verkauft – bezeugt unser Informant  von der Polizeiwache.

Alte Wagen werden in Teile zerlegt und im Internet angeboten

Es hat sich auch ein neues Verhalten sichtbar gemacht: von Siedlungsparkplätzen verschwinden alte Autos. Die Diebe bringen sie zum Schrotthändler, dort werden sie gepresst und als Schrott verkauft. Solche Diebstähle sind am schwersten nachzuweisen, da nach dem das Auto gepresst worden ist, es praktisch nicht zu identifizieren ist.

Der Polizei nach hat sich auch das Diebstahlverhalten geändert. Bekannte Methoden wie z.B. die Radmethode (wo Diebe aus dem neben an fahrenden Auto auf das Rad gezeigt haben, der Fahrer anhielt um das Rad zu prüfen und die Diebe in sein Auto eingestiegen und weggefahren sind) oder die Schlüsselmethode (ein Taschendieb hat dem Besitzer beim Einkaufen die Autoschlüssel  entwendet) sind passe. Heute überragt die klassische Methode: das Schloss wird geknackt und das Auto mit Hilfe eines Computers gestartet. – Kein Wagen ist den Dieben zu problematisch. Für manche brauchen die Diebe nur mehr Zeit – erklärt ein Polizeioffizier.

Vor einigen Monaten hat das schlesische Dezernat für Autodiebstahlverbrechen eine Gang gefast, deren Mitglieder die Schläfermethode angewendet haben. Sie brachen nachts in die Häuser von Ärzten, Anwälten oder Geschäftsläuten ein, klauten die Schlüssel zu den auf dem Zufahrtsweg stehenden Audi, Volkswagen oder Land Rover. Nur einmal in 32 Fällen hörten die Einwohner Geräusche als die Schlösser der Eingangstür aufgerbrochen wurden. Eine Frau, die aufgewacht war dachte jedoch, dass ihr Mann nach draußen gegangen war um eine Zigarette zu rauchen. Sie drehte sich auf die andere Seite und schlief erneut ein.

Die meisten Autos werden von Parkplätzen an Wohnsiedlungen oder Geschäften entwendet. Die schlesischen Diebe klauen meistens in großen Städten, doch manchmal kommt es zu Gastauftritten in Wien oder Berlin. Dort klauen sie nur Luxusmodelle, die innerhalb von fünf Stunden in einer Zerleghalle in Schlesien enden. Letztes Jahr wurden ein Paar Fälle registriert in denen unsere Polizisten Autos, die in Österreich oder Deutschland gestohlen wurden, fanden –  noch bevor die Besitzer den Diebstahl melden konnten.

Quelle: //wyborcza.biz

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