Fahrzeuge (nicht) zum orten

awojcieszek
19 Juni 2015
Fahrzeuge (nicht) zum orten

Die offensichtliche Aufgabe eines Fahrzeugüberwachungssystems ist es die Kontrolle über eine Flotte zu ermöglichen. Doch es kann auch bei der Diebstahlvorsorge behilflich sein. Genauer gesagt – der Diebstahlnachsorge. Es gibt nur ein Vorbehalt: die Funktionstüchtigkeit des Systems kann von einem Gerät welches knapp 200 Zloty kostet gestört werden.

Das Stören eines GPS/GSM-Systems wurde zur einer allgemein bekannten und angewandten Methode der Diebe. Dies bezeugen die Profis von dem Diebstahlbekämpfungsdezernat des Warschauer Polizeipräsidium. Des weiteren machen auch … Flottenmitarbeiter Gebrauch von der Möglichkeit einer Störung der GPS/GSM-Module.

„ Das Hauptziel der Störung ist stets der Diebstahlversuch eines Fahrzeuges – sowohl eines LKWs sowie eines PKWs oder eine Übereignung z.B. wenn das Fahrzeug von einem unseriösen Nutzer geleast wird, er aber die Raten nicht bezahlt. Diebe stören auch das GPS-Signal z.B. an Containern um die Ladung zu entwenden”- erklärt Dominika Włodarczyk, Mitarbeiter bei Gannet Guard Systems, dem Unternehmen, das sich mit dem Orten und Wiederfinden von gestohlenen Objekten beschäftigt. Sie deutet auch auf Situationen, wo der Störer von LKW-Fahrern dazu genutzt wird um den Treibstofftank anzuzapfen und die etwaige Meldung über die plötzliche Treibstoffpegelsenkung an den Unternehmensinhaber zu verhindern.

„Diese Technologie wird nicht nur von Verbrechern genutzt. Wir kennen Vorfälle wo Störer von Dienstwagenfahrern angewandt wurden um ihre Privatsphäre bei der privaten Nutzung eines Dienstautos zu schützen (sie haben eine Erlaubnis zur Privatfahrt vom Arbeitgeber). Es kommen auch unseriöse Kunden  von GPS-Anbietern vor, die mit Störern einen Ausfall des Systems vortäuschen um z.B. einen Preisnachlass oder eine kostenloses Abo zu erwirken” – sagt Dominika Włodarczyk.

Auf dem Markt sind verschiedene Störer erhältlich, beginnend mit Amateurgeräten mit kurzem Empfang, die auf Onlineauktionen und in Internetgeschäften für 150-300 Zloty angeboten werden und mit professionellen Störern, mit weitem Empfang, für 3000-4000 Zloty, endend. Die Preisweite ist ziemlich groß, doch gerade wegen des vielfältigen Angebotes können sich sowohl Amateurdiebe als auch organisierte professionelle Verbrechergruppen mit entsprechender Ausstattung ausrüsten. Zum Leiden der Fahrzeuginhaber, mit eingebauten Überwachungssystemen, sind die Geräte wirksam. Sie erzeugen Geräusche in Rundfunkkanälen mit verschiedener Frequenz, darunter: CDMA 800 (850- 894MHz), GSM 900 (925- 960MHz), GSM 1800 (1805-1880MHz), GSM 1900 (1920-1990MHz), 3G (2110- 2170MHz ), LTE 4G (790-826Mhz), LTE 4G (2620-2690MHz) i GPS (1570-1580MHz).

Kann man sich bei Anwendung von Überwachungssystemen vor Signalstörern wehren? Ja und nein. Bei Lösungen, die auf GPS basieren kann man von einer hohen Wirksamkeit der Störer sprechen. In anderen Worten: sollte solch ein Gerät angewendet werden wird ein Fahrzeug unsichtbar für das System und seine Ortung wird unmöglich. Zum Glück gibt es auf dem Markt Lösungen die eine Anwendung von Störern feststellen. Wenn diese einen Versuch der Anwendung von Störern erkennen führen sie die im vorhinein festgelegte Aufgabe aus und schalten z.B. die Zündung ab oder schalten die Alarmsirene an. Sie versenden auch eine entsprechende Meldung an die Zentrale der Überwachungsgesellschaft, so dass diese so schnell wie möglich auf die voraussichtlichen verbrecherischen Taten reagieren kann.

Man kann auch auf ein Überwachungssystem, das auf Radiosignalen basiert, setzen. Es funktioniert anhand von Frequenzen, die auch nicht von den besten Störern der elektromagnetischen Wellen beeinflusst werden können. Im Gegensatz von Standardüberwachungssystemen vom Typ GPS/GSM, verliert das Modul sein Signal auch in unterirdischen Garagen oder Stahlcontainern nicht. Das Gerät geht bei der Montage in einen „Schlafstand” über und wird erst nach der Diebstahlmeldung aktiviert. Diese Wirkung hindert den Dieb daran den Ort zu finden, an dem das Modul versteckt wurde, es erregt auch keinen Verdacht.

Quelle: //connectedlifemagazine.pl

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