Privatpolizei in Polen – ein mögliches Szenario?

awojcieszek
18 August 2014
Privatpolizei in Polen – ein mögliches Szenario?

Kann die Polizei in Polen privatisiert werden? Wie man Diebe bekämpft und über legendäre Technologien zur Ortung von Verbrechern – erzählt dem Portal spedycje.pl. der Experte von Gannet Guard Systems „Ich denke, dass ein professionell vorbereiteter Spezialist eine Aufgabe besser bewältigen kann als ein durchschnittlicher Polizist. Jedoch auch der bestausgebildete Fachmann bedeutet alleine nichts. Jene erfüllen ihre Rolle nur in Filmen. In der Praxis basiert alles auf Mehrpersonengruppen, die wie ein Sportteam viel Zeit für Schulungen und reale Tätigkeiten brauchen um ein hohes Niveau der Wirksamkeit zu erzielen (…) Es gab Polizisten, die nach dem wir ihnen den Versteckort einiger gestohlener Baumaschinen gezeigt haben, festgestellt haben, dass sie wegen uns die Nacht durchmachen mussten. Es musste ja jemand die Dokumentation vorbereiten. Andere begrüßten uns am Fundort des Fahrzeugs mit den Worten „Endlich lernen wir die Einheit kennen, über deren Geräten schon Legenden kreisen”. Mirosław Marianowski, Security Manager, Gannet Guard Systems für unser Portal.

Michał Bruszewski: Denken Sie, dass es eine Privatpolizei geben könnte? Nicht lange her hatten wir die Diskussion über die Privatisierung der Polizei in Großbritannien, wo man in den Grafschaften West Midlands und Surrey versucht hat einen Teil der Polizei zu privatisieren – man hat versucht Sicherheits- und Detektivprivatunternehmen in viele Kompetenzen der Polizei reinzulassen. In den USA bestehen so genannte „Bounty Hunters” (Kopfgeldjäger), die legal in den Meisten US-Staaten existieren. Ein weiteres Beispiel können auch die Autodefensas-Truppen in Mexico sein. Sie wurden zur Drogenkartellbekämpfung geschaffen. Was halten Sie von diesen Ideen?

Mirosław Marianowski: Wenn es um die Privatisierung der Polizei oder die Erfüllung konkreter Aufgaben von Privatunternehmen geht, kann man alles machen, inwiefern es das Gesetz des Landes es erlaubt. Ich denke, dass in Polen auf Grund der Angst von Korruption, keiner sich sollcher Herausforderungen annehmen würde. Vor vielen Jahren hatte man versucht bei der Polizei das Fahrzeuglokalisierungssystem Lojack zu nutzen, wie das geendet hat, weiß jeder aus der Branche. Ich denke, dass ein professionell vorbereiteter Spezialist eine Aufgabe besser bewältigen kann als ein durchschnittlicher Polizist. Jedoch auch der bestausgebildete Fachmann bedeutet alleine nichts. Jene erfüllen ihre Rolle nur in Filmen.

In der Praxis basiert alles auf Mehrpersonengruppen, die wie ein Sportteam viel Zeit für Schulungen und reale Tätigkeiten brauchen um ein hohes Niveau der Wirksamkeit zu erzielen. Im polnischen System nutzt man das Potential, das Wissen und die Erfahrung von Spezialisten – Praktikern, die den Dienst verlassen, die neues Personal schulen könnten, nicht aus. Es schulen Personen, die das Wissen nur in Theorie haben. Man geht davon aus, dass es besser sei keine Menschen von Außen einzustellen. Das Fehlen von Vertrauen macht die Inanspruchnahme von Zivilexperten bei der Schulung von Uniformierten unmöglich. Meiner Meinung nach wäre dies eine bessere Lösung als die Privatisierung.

In Polen gibt es keine Gruppe, die man als Privatpolizei bezeichnen könnte. Wenn es um Handlungen in Grenzen der Gesetze geht, funktionieren Detektivunternehmen, die Tätigkeiten im Rahmen der eigenen Kompetenzen ausführen. Sicherheitsunternehmen, die auf Basis von Konzessionen des Innenministerium handeln, realisieren auch zum Teil Aufgaben der Polizei z.B. Geldkonvois oder die Sicherung von Massenveranstaltungen usw.

Wie sieht Eure Prozedur im Bereich z.B. des Wiederfindens von gestohlenen Kundenwagen aus?

Wenn es um unsere Firma geht, haben wir eine Konzession des Innenministerium im Bereich von Personen- und Güterschutz. Die Tätigkeiten der Gannet Guard Systems basieren auf einer innigen Zusammenarbeit mit der Polizei. Die Suche von gestohlenen Fahrzeugen wird von unseren Spezialortungseinheiten geleitet. Jeder Einsatz wird nach früherem Kontakt mit der Polizei und der Bestätigung einer Diebstahlmeldung von Seiten des Beschädigten, eingeleitet. Natürlich prüfen wir ob die Jahresgebühr für das laufende Jahr bezahlt und die Batterie im Ortungsmodul rechtzeitig ausgewechselt wurden.

Während der Suchaktion sind wir mit der Polizei im ständigen Kontakt und in dem Moment, in dem wir die Region, in der sich das gesuchte Auto befindet, festlegen, schicken wir die Polizeieinheit an den konkreten Versteckort um das Fahrzeug oder dessen Versteck zu lokalisieren. Als nächstes übergeben wir anhand eines Protokolls das wiedergefundene Gut der Polizei zu weiteren Prozesstätigkeiten. Bei Handlungen gegen das Fahrzeugverbrechen muss man immer auf einen Gegenangriff vorbereitet sein. Deshalb unternehmen wir keine Verfolgungsjagd, um unsere Mitarbeiter oder andere Personen nicht zu gefährden. Oft kommt es beim Polizeieinsatz oder der Festnahme von Autodieben zu Kollisionen oder sogar zu Schießereien.

Ihr meint, dass einen Dieb vor dem stehlen eines Wagens nichts aufhalten kann, wie soll man damit klarkommen?

Natürlich werden Wagen heute und in der Zukunft von Dieben geklaut, weil es eine Anfrage auf solche Autos auf dem Markt gibt. Der Dieb stehlt nicht für sich. Das ist seine Einkommensquelle und er wird nicht aufhören solange er sein Gehalt bekommt. Eine Form der Diebstahlbekämpfung ist die Ausstattung des Wagens in verschiedene Sicherheitssysteme sowie Anlagen zur Radio- und GPS-Lokalisierung. Doch auch diese Lösungen schützen nicht vor einer Entwendung, sie ermöglichen eine schnelle Wiederfindung des gestohlenen Fahrzeugs durch die Radioortung und die GPS-Überwachung.

Was für eine Infrastruktur braucht ein Unternehmen um Dienstleistungen im Bereich der Ortung von gestohlenen Autos, deren Sicherung und Überwachung von Flotten, anzubieten? Wie sieht das bei Gannet aus? Wie viel Equipment und welche Menschenauflagen braucht man um ein geklautes Fahrzeug wiederzubekommen?

Gannet Guard Systems musste finanziell sehr viel in die Infrastruktur investieren z.B. Überwachungspunkte an den nicht EU-Grenzübergängen, Antennenmaste usw., damit die gebotenen Dienstleitungen auch effektiv sind. Es war erforderlich die gemieteten Flugzeuge mit den Radioortungssystemen auszustatten, viel Equipment für die Ortungsfahrzeuge zu beschaffen und das Personell, das für die Ortung zuständig ist, entsprechend auszubilden.

Das Wissen über die Technik der Handlungen wird jahrelang, sowohl am Boden als auch in der Luft, gesammelt. Man kann das nicht aus einem Lehrbuch lernen, weil es ein solches einfach nicht gibt. Für die Sicherung der Autos nutzen wir die Mitarbeiter unserer Technikabteilung als auch eine Kette von Mehrhundert Partnern in ganz Polen. Ununterbrochen führen wir Schulungen für unsere Kooperationspartner. Wir streben auch danach uns an die Erwartungen unserer Kunden anzupassen.

Wie ist die Polizei auf Euch zu sprechen? Meinen sie Ihr nimmt ihnen ein Teil der Arbeit weg oder werdet ihr von ihnen gelobt?

Auf Grund meiner langjährigen Erfahrung und der Kenntnisse der Polizeiaspekte kann ich mit aller Sicherheit sagen, dass wir für die Polizei keine Konkurrenz darstellen. Im dem Sinne, dass wir ihnen das tägliche Brot nicht wegnehmen. Es hängt von den einzelnen Personen ab, wie wir und die Ergebnisse der Arbeit von Gannet Guard Systems empfunden werden. Es gab Polizisten, die nach dem wir ihnen den Versteckort einiger gestohlener Baumaschinen gezeigt haben, festgestellt haben, dass sie wegen uns die Nacht durchmachen mussten. Es musste ja jemand die Dokumentation vorbereiten. Andere begrüßten uns am Fundort des Fahrzeugs mit den Worten „Endlich lernen wir die Einheit kennen, über deren Geräte schon Legenden kreisen” und schrieben im Nachhinein einen Dankesbrief zu der Wiederfindung des gestohlenen Baggers. Mit einigen Polizeieinheiten verläuft die Zusammenarbeit wunderbar, unter anderem mit den Kriminalabteilungen und den Abteilungen für die Bekämpfung der Fahrzeugverbrechen in KSP und KMP in Schlesien, Großpolen und dem Dreistädteverbund.

Unsere Tätigkeiten bestehen darin Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden zu realisieren und wir sind zufrieden, dass die Beschädigten ihre geklauten Wagen oder Maschinen zurückbekommen. Wir verhelfen auch zu der Verbesserung der Polizeistatistik. Wir können nur bedauern, dass die meisten geklauten Autos nicht mit unserem System ausgestattet sind, des Weiteren nicht geortet werden können, und dass nur ein Bruchteil der Autos von der Polizei wiedergefunden wird.

Quelle: www.spedycje.pl

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