Telematik in der Autobranche. Das Fahrzeug als Schutzengel.

dwlodarczyk
23 Juni 2016
Telematik in der Autobranche.  Das Fahrzeug als Schutzengel.

Sollte es zu einem Unfall kommen ruft das Fahrzeug selbst entsprechende Hilfsdienste. Zusätzlich  ermöglicht es technische Mängel zu erkennen, die Lokalisierung  der nähersten autorisierten Autowerkstatt festzustellen, die Überwachung des Fahrstils und die Außerkraftsetzung des Motors. Das alles ist der Verdienst der Telematik, die in der Autobranche einen immer wichtigeren Platz einnimmt.

Warum sollte Irgendjemand wissen wo sich gerade ein Auto befindet? Es gibt so viele Gründe dafür, dass man ein Buch darüber schreiben könnte. Samt der Entwicklung von neuen Technologien wächst nämlich die Ideenanzahl für die Nutzung von Daten, die aus und zum Auto, mit Hilfe des Mobilfunks und des Internets, gelangen. Es geht um die Sicherheit, den Reisekomfort, die Autoverwaltung sowie die Verbindung des Fahrzeugs mit dem Zuhause, der Stadt, der Arbeitsstelle, sogar mit den Geschäften und Restaurants.

Vor allem die Sicherheit

Die ersten Ideen zur Nutzung der Telematik auf eine weite Skala erschienen in Europa Ende der 90 Jahre des vorigen Jahrhunderts zusammen mit der Einführung des eCall. Die Idee ist einfach: sollte es zu einem Zusammenstoß oder einem Unfall kommen, wähl das Fahrzeug die Alarmnummer 112 und sendet den Rettungseinheiten die Information über seine Lage. eCall kann auch durch das drücken einer Taste (meistens ist die Taste mit einer universellen Abkürzung SOS beschriftet) ausgelöst werden, sollte der Fahrer Zeuge einer gefährlichen Verkehrssituation sein. Dank des GPS-Moduls, welches fabrikgemäß im Auto eingebaut wird, zeigt eCall die Lage des Fahrzeugs an. Die Telefonverbindung findet dank einer SIM-Karte, die auch im Auto platziert wird, statt. Laut neuester Informationen soll das System als obligatorische Ausstattung in allen neuen PKWs ab dem 31 März 2018 montiert  werden (zur Erinnerung: das Datum wurde schon mehrmals verschoben, u.a. von 2009 auf 2011, als nächstes auf 2015 um dann auf 2018 zu weisen).

Einige Produzenten haben nicht auf eCall warten wollen und haben ihre eigenen ähnlichen Lösungen auf den Markt gebracht. Unter ihnen waren: Audi, BMW, Citroen, Mercedes, Opel, Peugeot i Toyota. Ihre Systeme senden einen Hilferuf, sollten die Airbags ausgelöst oder die Sicherheitsgurte ruckartig angezogen werden. Abgesehen von der Stufe des Forschungsfortschritts, werden an die Infolinie – außer der Lage des Fahrzeugs – auch Informationen zur Unfallskala und möglicher Verletzungen der Insassen angegeben, die mit Hilfe eines Algorithmus, der die Zahl der Insassen, die Richtung des Zusammenstoßes sowie die Überlastungsskala in Anbetracht nimmt, errechnet werden.

Sollte Jemand sein Auto mit solch einem System ausstatten wollen, so gibt es diese Möglichkeit. Auf dem Markt sind solche Aftermarketprodukte wie  ISR oder iCall erhältlich.  Sie können in allzu allen Fahrzeugen angelegt werden, da ihre Wirkung unabhängig von der Ausstattung der Fahrzeuge ist (es reicht das System an die Elektronik des Wagens anzuschließen). Die Meldung einer Ausfallsituation im System erfolgt automatisch  anhand der Aktivierung der im Auto angebrachten Sensoren. Ein Unfall wird dann gemeldet sollte es zu einem starken Zusammenstoß,  einem Einfall (berechnet auf Grund von Richtungen und Werte der Überlastung des Wagens sowie der Überschreitung von kritischen Neigungswinkeln und der Lage im Verhältnis zur Fahrtbahn) kommen oder sich das Auto überschlagen.

Wartung auf Distanz

Sicherheit ist nur ein Bereich der Telematik. Ein weiterer Bereich ist die Wartung. Beispiel? Ein BMW weiß selbst wann und welche Wartungsarbeiten nötig sind. Er sendet entsprechende Daten des Fahrzeugs an die autorisierte Werkstatt, wo sie analysiert werden um den Besuch, noch bevor der Termin des TÜV telefonisch aufgesetzt wird, vorbereiten zu können. Mit Hilfe der TeleService Call – Dienstleistung kann der Termin bei dem Mechaniker auch „manuell” vereinbart werden. Es reicht die entsprechende Taste im Fahrzeug zu drücken um den TÜV über den kommenden Besuch in Kenntnis zu setzen.

Bei einem Opel, der mit OnStar ausgerüstet ist, wird jeder Ausfall von einer Kontrollleuchte aufgezeigt. Daraufhin kann man den Mitarbeiter einer Servicezentrale, durch das Drücken einer entsprechenden Taste, kontaktieren, der dann Prüft ob eine sofortige Intervention nötig ist. OnStar kann auch monatlich dem Kunden eine Email senden, in der die wichtigsten Daten und Informationen zur Diagnostik des Wagens (z.B. Lebensdauer des Motoröls oder Reifendruck) beinhaltet sind.

Mercedes kann dagegen die Stufe des Verbrauchs  wichtiger Einzelteile erkennen und feststellen ob ein Wechsel fällig ist. Sollte es der Fall sein, so wird automatisch eine autorisierte Werkstatt benachrichtigt, die den Kunden kontaktiert. Das alles mit Hilfe einer Lösung mit dem Namen connect me. Eine der Funktionen dieses Systems ist die termingerechte Einhaltung des TÜV. Alle wesentlichen Daten des Fahrzeugs werden an die Werkstatt übergeben, die daraufhin ein konkretes, individuelles Serviceangebot vorbereiten kann. Sollte sich ein Ausfall ereignen, so kann man mit einer entsprechenden Taste direkt den Mercedes-Benz Service24h kontaktieren, der technische Einsatzkräfte zur Ereignisstelle schickt.

Dem Diebstahl sagen wir ein klares „nein”!

Die Telematik beinhaltet auch die Antwort auf das leidige Thema des Fahrzeugdiebstahls. Das OnStar-System aus Oppeln  ermöglich die Ortung eines gestohlenen Fahrzeugs und leitet die Lokalisierungsangaben an die Polizei weiter. Sollte das nicht genug sein, so sendet das System ein Signal zum Fahrzeug, welches den Zünder blockiert, so dass das Anmachen des Motors unmöglich wird. Diese Funktion kann natürlich nicht während der Fahrt eingesetzt werden (internationale Gesetzte verbieten das), sondern nur nach dem erneuten Start.

Ähnliche Lösungen, mit der gleichen der Wirkung, bieten Unternehmen an, die sich mit der Überwachung von Fahrzeugen beschäftigen, wie z.B. Finder, Gannet Guard Systems oder GPS Guardian. Die Montage eines GPS-Systems (bei Gannet Guard Systems auch zusätzlich mit einem Radiosignal ausgestattet), dessen Installationsort im Fahrzeug dem Besitzer nicht  bekannt gegeben wird, ermöglicht das gestohlene Fahrzeug zu orten. Des Weiteren erhält der Besitzer ein Werkzeug zur Verwaltung seiner Flotte (sollte er über eine verfügen). Er kann damit z.B. die Lage seiner Fahrzeuge prüfen, eine Zusammenstellung der zurückgelegten Strecken erstellen oder die Auftragslage seiner Mitarbeiter prüfen. Ein Überwachungssystem gibt auch Einsicht in solche Parameter, wie z.B.: den Treibstoffverbrauch, zurückgelegte Kilometer, Informationen wie lange der Motor lief. Das Ergebnis ist die Kosteneinschränkung, die Prozessoptimierung und der Effektivitätswachstum.

 

Das intelligente Auto nimmt Verbindung mit dem intelligenten Zuhause auf.

Die Zukunft der Telematik in der Motorisierungsbranche zeigt weite Möglichkeiten auf. Das Fahrzeug gibt den Straßeninfrastrukturelementen ihre Position an, was z.B. eine fließende Verkehrsleitung mit Nutzung der Straßenampeln ermöglicht. Das Auto sendet auch ein Signal an das Zuhause, wenn es sich dem Haus nähert. Das Haus erhöht die Raumtemperatur und öffnet das Tor. Der Autobesitzer macht seine Einkäufe per Internet und ermöglicht die Lieferung in den Kofferraum seines Autos. Der Kurier erhält eine einmalige Kennziffer zum Öffnen des Kofferraumes, nach dem er das Fahrzeug geortet mit (Erlaubnis des Besitzers) hat. Kling wie ein Traum? Nein. So etwas gibt es schon. Zuerst bei Mercedes, dann bei Tesla, neulich auch bei Volvo. Und dies ist sicherlich nicht das Ende.

 

Quelle: //www.motofakty.pl

 

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