Zerlegorte der geklauten Autos – interessanteste Beispiele

awojcieszek
22 Januar 2015

Eine unscheinbare Garage, eine Scheune, ein Haus mit einer Marihuana-Plantage… Orte, an die geklaute Fahrzeuge treffen, können sogar die Polizisten ins Staunen bringen.

Ein Autodiebstahl ist eine Prozedur die vorab im aller kleinsten Detail vorbereitet wird. Nur Anfänger klauen einen Wagen und parken ihn in der eigenen Nachbarschaft. Profis, mit denen wir meistens zu tun haben, schätzen ihre Sicherheit und minimalisieren das Risiko eines Reinfalls. Nach dem Diebstahl gelangt das Fahrzeug für einige Zeit auf einen Parkplatz (manchmal sogar bewacht) oder in eine Garage, die vorab von der Verbrechergruppe ausgewählt wurden. Die Diebe lassen dort das Auto zum „Abkühlen” stehen.
Für die Verlagerung des Autos vom Diebstahlort zu dem im Vorhinein ausgewählten Standort ist der so genannte Transporter zuständig. Als nächstes wird das Auto stehen gelassen und überwacht, für den Fall, dass in ihm ein fortgeschrittener Alarm verbunden mit einem Lokalisierungssystem montiert wurde. Die Diebe wissen, dass Lokalisierungsdienstleistungen immer mehr gefragt sind und versuchen das Ortungsrisiko aus der Welt zu schaffen. Deshalb wenden sie allgemein GPS-GSM-Signalstörer an, die die meisten Überwachungssysteme außer Betrieb setzen – sagt Mirosław Marianowski, Mitarbeiter bei Gannet Guard System, die sich mit der Ortung und dem wiederfinden von gestohlenen Objekten beschäftigt.

Sollte sich, aus dem Blickpunkt der Diebe, niemand verdächtiger für den Wagen interessieren wird das Fahrzeug in eine Zerleghalle verlagert. Das ist der Ort, an dem, abhängig von der Bestimmung, das Auto in Einzelteile zerlegt oder zum Weiterverkauf vorbereitet wird, u.a. durch die Änderung von Seriennummern. Die Zerleghalle muss von außen unscheinbar sein, da sie die Aufmerksamkeit von Fremden, inklusive der Polizei, nicht auf sich ziehen oder die verbrecherische Tätigkeit verdecken soll.

Zerleghallen werden an verschiedenen Orten organisiert. Sie können auf Großstadtsiedlungen platziert werden, meistens in einer von vielen, nebeneinander stehenden Garagen. . Solch ein Ort sticht nicht hervor.  Manchmal landen die Fahrzeuge in Räumen einer offiziellen Autowerkstatt. „Vor einigen Jahren haben wir eine gestohlene Maschine in einer Werkstatt in einem Warschauer Vorort geortet. Die Situation war ziemlich lustig, weil die acht an Ort weilenden Herren über den Besuch unserer Mannschaft, im Beisein der Polizei, dermaßen überrascht waren, dass sie nicht in der Lage waren ihre Anwesenheit zu erklären. Einer der Herren, in Flip-Flops, erläuterte, er wäre aus Posen gekommen um Erdbeeren zu pflücken und nicht wisse warum er von der Polizei befragt werde” – erzählt Mirosław Marianowski. Außerhalb von Städten übernehmen Landwirtschaftsräume oft die Rolle von Zerleghallen. Es handelt sich hier um hölzerne oder gemauerte  Scheunen, Garagen oder Schweineställen.

Es gibt Zerleghallen, die spezialisiert sind, das bedeutet es arbeiten dort Fachleute, die sich einzeln oder in Mehrpersonenteams mit der Demontage der geklauten Autos in Einzelteile beschäftigen. Die Räume selbst sich gut beleuchtet, damit die Arbeit effizient ist. Meistens gibt es keine Fenster, um neugierige Nachbarn am dem hineinschauen zu hindern.  Manche Zerleghallen sind mit Störern ausgestattet um eine Lokalisierung des gestohlenen Fahrzeugs zu vermeiden.

Die interessantesten Beispiele von Zerlegorten

Der Bunker: Polizisten aus Posen haben einen Autozerlegplatz mit drei gestohlenen Fahrzeugen in alten Bunker gefunden. Bei den Fahrzeugen handelte es sich um einen Polonez, Citroen und Volkswagen, die vor wenigen Tagen von Parkplätzen in der Stadt verschwunden sind.

Die Scheune: Polizisten aus dem Bezirk Kutno haben einen gestohlenen VW Touran und einen BMW der Serie 1 geortet. In der Zerleghalle hatte man Autos, die in Lodz, Pabianice und Zgierz gestohlen wurden zerlegt.

Private Grundstücke mit Marihuana-Plantagen: die Polizei aus Niederschlesien hat festgelegt, dass auf einigen Grundstücken Autos zerlegt werden. Man fand dort gestohlene Wagen aus der EU und Autoteile, u.a. von Porsche, Mercedes, Audi und BMW, im Gesamtwert von ca.1,5 Mio. Zloty. Bei Gelegenheit hatte man KFZ-Kennzeichen, Autoschlüssel zu mehr als 150 Fahrzeugen, Elektrogeräte, Hardware sowie Schmuck im Wert von über 500 Tausend Zloty sichergestellt. Die größte Überraschung war jedoch… der Fund von 500 Marihuanasträuchen, aus denen man mehrere hundert Portionen Drogen im Gesamtwert von über 2 Mio. Zloty schaffen konnte.

Der Schweinestall: ein junger Mann hatte einen Schweinestall bei Swidnica angemietet und darin einen Lagerraum für gestohlene Autoteile gemacht. Er hatte dort Fahrzeuge der Marken Volkswagen, Audi und BMW zerlegt. Insgesamt hat er dort über 20 Autos auseinandergenommen.

Der Keller: es wurden von der Polizei Zehntel von Autoteilen in einem Keller auf einem Gelände in der Gemeinde Klodzk gefunden. Man hatte auch drei Motoren sichergestellt. Schon nach der ersten Prüfung der Datenbank stellte sich heraus die Teile stammen aus mehreren Autos, die im Ausland verloren gegangen waren.

Der Schrottplatz: Auf dem Zerlegplatz fanden die Polizisten aus dem Dezernat für Autoverbrechen in Lodz einen Fiat Ducato und einen Mercedes Sprinter im Gesamtwert von 155 Tausend Zloty.

Die Lichtung im Wald: Polizisten aus Masowien haben einen Zerlegplatz in Mitten eines Waldes gefunden. An Ort wurden drei Diebe festgenommen und zwei gestohlene Autos  der Marke Suzuki Vitara und Toyota Auris sichergestellt.

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